Bundesligacheck zur Rückrunde 11/12 : 1. FC Nürnberg (15)
Von den hinteren Teams hat sich der 1. FC Nürnberg am besten verstärkt, denn mit Hanno Balitsch kommt ein stabiler Führungsspieler. Den wird Dieter Hecking auch benötigen, denn Nürnberg war bis dato alles andere als stabil. Nach elf Spielen hatte der Glubb in der Hinrunde nur einen Sieg gefeiert und erst durch den Überraschungserfolg gegen Leverkusen etwas Rückenwind bekommen.
Diesen Wind muss die junge Truppe, um frisch integrierte Talente wie Pekhart, Kamavuaka, Klose, Rakovsky und Didavi, nun aufnehmen. Helfen dabei soll auch Balitsch: „Ich weiß, dass er sportlich und charakterlich sehr gut in unser Team passen wird. Hanno bringt viel Erfahrung mit ins Team, die uns im Abstiegskampf weiterhelfen wird.“ Zum Rückrundenauftakt wird der Neuzugang allerdings noch fehlen. Auch gegen Hannover ist sein Einsatz nicht sicher: „Da steht ein ganz dickes Fragezeichen dahinter,“ so die Prognose aus Belek.
Größtes Problem bei Nürnberg ist, neben der relativen Unerfahrenheit der Mannschaft, die Vielzahl an Verletzungen. Der Glubb geht „Fußkrank in die Rückrunde“, wie der Clubfans United-Bog es fasst. Nilsson, Chandler, Pinola, Feulner, nun auch Balitsch. Zwar ist im Angriff jeder fit, doch ergeben sich hier Verschiebungen aufgrund einer Systemumstellung.
Hecking plant mit einem 4-4-2 mit zwei defensiven Mittelfeldspielern (eigentlich Simons und Balitsch), zwei Außen (Esswein, Eigler, Hlousek), sowie zwei Stürmern, „um mehr Torchancen herauszuarbeiten und nach Möglichkeit dann auch mehr Tore zu erzielen als in der Vorrunde.“ Alles läuft also auf eine kämpferische, defensive, konternde Mannschaft hinaus, die weiterhin so unbequem zu spielen sein wird, wie in der Vorrunde.
Qualitativ ist Nürnberg stark genug, um neben Freiburg, Augsburg und Kaiserslautern, ein bis zwei weitere Teams hinter sich zu lassen. Dafür muss das neue Offensivsystem funktionieren, müssen die Verletzungen kompensiert und muss die Mannschaft die kämpferische Attitüde von Balitsch annehmen. Viele Aufgaben, deren Lösung Hecking allerdings zuzutrauen ist.