Bundesligacheck zur Rückrunde 11/12 : FC Bayern München (1)
Diese Saison waren die Bayern nur im Wonnemonat November unbayrisch. Es sei dahingestellt, ob es an der Schweinsteiger-Verletzung lag, an den aggressiv pressenden Gegnern, die den Bayern traditionell Probleme bereiten oder daran, dass Heynckes keine Exit-Strategie hat, wenn die Individualkönner ihre Stärken nicht abrufen. Fakt ist: die Schwächephase ist vorbei.
Und da Glasmann Arjen Robben und Bastian Schweinsteiger in der Rückrunde wieder voll einsatzfähig sind, sollte es keine weitere Phase des anhaltenden Misserfolgs geben. Zwei Bedenken auf personeller Ebene sind trotzdem anzuführen: Einerseits sitzt, wenn Mario Goméz einen schlechten Lauf hat, kein adäquater Ersatz auf der Bank (außer Olic oder Petersen explodieren). Andererseits ist die zweite Reihe im gesamten Kader noch zu dünn. Vollgas in jedem Spiel, in allen drei Wettbewerben, können die Bayern nicht gehen.
Doch das müssen sie vielleicht gar nicht. Die Abwehr steht sicher, sieht meisterlich aus. Und vorne reicht es auf einen Geniestreich zu warten – zumindest in der Bundesliga. Trotzdem muss sich Heynckes hier ankreiden lassen, kein schlüssiges Konzept zu haben. Die Einstellung der Mannschaft erinnert noch immer an van-Gaal-Fußball, dessen Muster im November deutlich zu erkennen waren.
Dass Ribéry, Kroos, Robben, Müller von taktischen Zwängen befreit, öfter aufblühen, als zuletzt unter dem Tulpen-General, ist nur so lange schön und gut, wie die individuelle Form stimmt. Allerdings ist die Qualität so groß, dass es zur Meisterschaft reichen sollte, auch wenn nicht immer alle in Höchstform sind.