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Als kleiner Abschluss dieses Bunte. Und eine manchmal be- und manchmal unbegründete Ausführung, dazu, warum die Graphik aussieht, wie sie aussieht.
Vorweg, noch mal, das Mittelfeld ist meiner Ansicht nach unmöglich einzuschätzen. Von Hannover bis Nürnberg runter, kann jede Mannschaft in der Rückrunde einen Lauf starten, und sich dadurch innerhalb von zwei Spieltagen nach oben katapultieren.
Dass ich jetzt Köln und Hamburg als diese Mannschaften gewählt habe, hat einerseits bestimmt Sympathie-, andererseits praktische Gründe. Ich denke beide haben ein äußerst gutes Fundament, das nur noch stabilisiert werden muss. Wolfsburg oder Stuttgart sind da jetzt weiter von entfernt.
Hertha steht wirklich nur wegen Skibbe unten drin. Ich erwarte einen schnellen Abwärtsstrudel, wenn Hertha ein, zwei Spiele verliert. Als Aufsteiger kann da noch nicht genug Stabilität sein. Allerdings gab es ja öfters einen Aufsteiger der über sich hinaus wächst.
Das könnte in der Rückrunde Augsburg sein. Die sich mit Ach und Krach und zur Verwunderung aller auf den 16. Platz retten. Bei Freiburg und Kaiserslautern sehe ich keinen Lauf.
Bleibt im Mittelfeld Stuttgart, bei denen ich immer noch nicht glaube, dass Labbadia die Saison nicht überleben wird. Vor allem wenn seine Änderungen jetzt nicht greifen. Mainz wuselt sich so durch, mit guten und schlechten Auftritten. Wolfsburg wartet auf den Urknall, der aber ausbleibt. Die Klasse wird zu Hause gehalten. Hoffenheim bleibt grau.
Hannover wird am Ende beim Kampf um die internationalen Plätze keine Rolle spielen. Wenn allerdings Hannover es nicht tut, dann aus dem Mittelfeld keiner. Denn die besten sechs des Winters, werden sich in der Rückrunde, im Vergleich zum Mittelfeld, wenig Blöße geben und die internationalen Plätze zum Closed Shop machen.
Die Meisterschaft ist und bleibt klar: Bayern. Der Vize wird im Pott ausgespielt. Der getippte Ausgang zwischen Dortmund und Schalke. Ist Gefühl. Gladbach stolpert zu oft über sich selbst, so dass Leverkusen der lachende Vierte wird und Bremen Sechster wird.
Wobei, wenn ich es mir so recht überlege: Ich find es ungewöhnlich, dass  sich die Bestückung der ersten sechs und der letzten drei in der Rückrunde nicht ändern soll.
Die Frage ist auch, ob die Bundesligarückrunde die von mir suggerierte Drei-Klassen-Gesellschaft wird, ob sie sich nach Allofs in „oben“ und „unten“ teilt. Angesichts der Situation im Mittelfeld wüsste ich allerdings noch weniger, wo da die Grenze zu ziehen ist.
Zum Abschluss zitiere ich mich selbst: „Was weiß ich schon. Ein halbes Jahr ist lang. Wenn ich an die zurückliegende Ausgabe denke, wird mir durmelig, ob der ganzen Ereignisse. Im Fußballsport ist das doch ähnlich. Von der einen auf die andere Woche, kann sich die komplette Dynamik einer Saison ändern. 17 mal.“

Als kleiner Abschluss dieses Bunte. Und eine manchmal be- und manchmal unbegründete Ausführung, dazu, warum die Graphik aussieht, wie sie aussieht.

Vorweg, noch mal, das Mittelfeld ist meiner Ansicht nach unmöglich einzuschätzen. Von Hannover bis Nürnberg runter, kann jede Mannschaft in der Rückrunde einen Lauf starten, und sich dadurch innerhalb von zwei Spieltagen nach oben katapultieren.

Dass ich jetzt Köln und Hamburg als diese Mannschaften gewählt habe, hat einerseits bestimmt Sympathie-, andererseits praktische Gründe. Ich denke beide haben ein äußerst gutes Fundament, das nur noch stabilisiert werden muss. Wolfsburg oder Stuttgart sind da jetzt weiter von entfernt.

Hertha steht wirklich nur wegen Skibbe unten drin. Ich erwarte einen schnellen Abwärtsstrudel, wenn Hertha ein, zwei Spiele verliert. Als Aufsteiger kann da noch nicht genug Stabilität sein. Allerdings gab es ja öfters einen Aufsteiger der über sich hinaus wächst.

Das könnte in der Rückrunde Augsburg sein. Die sich mit Ach und Krach und zur Verwunderung aller auf den 16. Platz retten. Bei Freiburg und Kaiserslautern sehe ich keinen Lauf.

Bleibt im Mittelfeld Stuttgart, bei denen ich immer noch nicht glaube, dass Labbadia die Saison nicht überleben wird. Vor allem wenn seine Änderungen jetzt nicht greifen. Mainz wuselt sich so durch, mit guten und schlechten Auftritten. Wolfsburg wartet auf den Urknall, der aber ausbleibt. Die Klasse wird zu Hause gehalten. Hoffenheim bleibt grau.

Hannover wird am Ende beim Kampf um die internationalen Plätze keine Rolle spielen. Wenn allerdings Hannover es nicht tut, dann aus dem Mittelfeld keiner. Denn die besten sechs des Winters, werden sich in der Rückrunde, im Vergleich zum Mittelfeld, wenig Blöße geben und die internationalen Plätze zum Closed Shop machen.

Die Meisterschaft ist und bleibt klar: Bayern. Der Vize wird im Pott ausgespielt. Der getippte Ausgang zwischen Dortmund und Schalke. Ist Gefühl. Gladbach stolpert zu oft über sich selbst, so dass Leverkusen der lachende Vierte wird und Bremen Sechster wird.

Wobei, wenn ich es mir so recht überlege: Ich find es ungewöhnlich, dass sich die Bestückung der ersten sechs und der letzten drei in der Rückrunde nicht ändern soll.

Die Frage ist auch, ob die Bundesligarückrunde die von mir suggerierte Drei-Klassen-Gesellschaft wird, ob sie sich nach Allofs in „oben“ und „unten“ teilt. Angesichts der Situation im Mittelfeld wüsste ich allerdings noch weniger, wo da die Grenze zu ziehen ist.

Zum Abschluss zitiere ich mich selbst: „Was weiß ich schon. Ein halbes Jahr ist lang. Wenn ich an die zurückliegende Ausgabe denke, wird mir durmelig, ob der ganzen Ereignisse. Im Fußballsport ist das doch ähnlich. Von der einen auf die andere Woche, kann sich die komplette Dynamik einer Saison ändern. 17 mal.“

Bundesligacheck zur Rückrunde 11/12 : FC Bayern München (1)

Diese Saison waren die Bayern nur im Wonnemonat November unbayrisch. Es sei dahingestellt, ob es an der Schweinsteiger-Verletzung lag, an den aggressiv pressenden Gegnern, die den Bayern traditionell Probleme bereiten oder daran, dass Heynckes keine Exit-Strategie hat, wenn die Individualkönner ihre Stärken nicht abrufen. Fakt ist: die Schwächephase ist vorbei.

Und da Glasmann Arjen Robben und Bastian Schweinsteiger in der Rückrunde wieder voll einsatzfähig sind, sollte es keine weitere Phase des anhaltenden Misserfolgs geben. Zwei Bedenken auf personeller Ebene sind trotzdem anzuführen: Einerseits sitzt, wenn Mario Goméz einen schlechten Lauf hat, kein adäquater Ersatz auf der Bank (außer Olic oder Petersen explodieren). Andererseits ist die zweite Reihe im gesamten Kader noch zu dünn. Vollgas in jedem Spiel, in allen drei Wettbewerben, können die Bayern nicht gehen.

Doch das müssen sie vielleicht gar nicht. Die Abwehr steht sicher, sieht meisterlich aus. Und vorne reicht es auf einen Geniestreich zu warten – zumindest in der Bundesliga. Trotzdem muss sich Heynckes hier ankreiden lassen, kein schlüssiges Konzept zu haben. Die Einstellung der Mannschaft erinnert noch immer an van-Gaal-Fußball, dessen Muster im November deutlich zu erkennen waren.

Dass Ribéry, Kroos, Robben, Müller von taktischen Zwängen befreit, öfter aufblühen, als zuletzt unter dem Tulpen-General, ist nur so lange schön und gut, wie die individuelle Form stimmt. Allerdings ist die Qualität so groß, dass es zur Meisterschaft reichen sollte, auch wenn nicht immer alle in Höchstform sind.

Bundesligacheck zur Rückrunde 11/12 : Borussia Dortmund (2)

„Für mich ist Bayern München der Top-Favorit, sie haben die größte Substanz. Als größten und stärksten Konkurrenten sehe ich den BVB, zumal man ja auch die Belastung durch die Champions-League nun nicht mehr hat. Dortmund wird nicht locker lassen.“ So Ex-BVB-Bayern-Boss Ottmar Hitzfeld. Wer, nördlich von München, traut sich da zu widersprechen?

Beachtlich, wie Jürgen Klopp das es geschafft hat. Es hätte doch eigentlich kommen müssen, das Tal, in das die Mannschaft fällt. Das war doch noch nach jeder Meisterschaft so. Doch es kam nicht. Trotz des Abgangs von Nuri Şahin, trotz des Ausfalls von Lucas Barrios, von dem angenommen wurde, er würde dramatische Folgen haben.

Klopp hat scheinbar für alles eine passende Lösung. Das spielgestalterische Vakuum im Zentrum füllt kurzerhand Mats Hummels und komplettiert damit, wie DFB-Taktiktexperte Frank Wormuth meinte, die logische Entwicklung „von der Zehn, zur Sechs, zur Vier.“ (SPOX) Anstatt Barrios stürmt jetzt Lewandowski, und macht seine Sache noch besser. Das Mittelfeld ist mit dem Kagawa und Götze wieder auf Meisterschaftsniveau.

Die „Gelbe Gefahr“ (Stern) ist real. Dortmund befindet sich, so scheint es, auf dem Weg über längere Zeit mit dem bayerischen Bundesligaprimus konkurrieren zu wollen. Das merken sie inzwischen sogar im Roten München. „Der BVB hat eine schlagkräftige Mannschaft zusammen, dort wurde in den letzten Jahren gut gearbeitet. Ich denke, das ist unser erster Rivale im Kampf um den Titel“, sagt kein anderer als Christian Nerlinger.

Doch gibt es auch in Dortmund wieder einige Stolpersteine, die durch das Bohei um Reus gut kaschiert wurden. Wechselwillige Spieler bringen Unmut in die Mannschaft. Das Aus im Europacup ist nicht leicht zu verkraften. Der Rückrundenstart muss ohne Weidenfeller, Subotic und Götze bestritten werden. Patzt Dortmund zu Beginn, startet Bayern makellos, können es schnell sechs, acht, neun Punkte auf die Münchener sein. Ein Rennen auf Augenhöhe, wäre das dann nicht.

Bundesligacheck zur Rückrunde 11/12 : FC Schalke 04 (3)

In Schalke sind Männer am Werk. Besser gesagt, im Werk. Dreckverschmiert, standesgemäß blue collar — obwohl ganz in weiß — standen sie da im Bergwerk Auguste Victoria und grinsten und träumten. Ein Angestellter der Grubenwehr erzählte dem Anderen einen Witz: „Was ist der Unterschied zwischen dem FC Schalke 04 und einem Gesellen? Der Geselle kann noch Meister werden.“

Huntelaar fand das nicht witzig und nahm bei diesem, wie auch bei vielen anderen Anlässen zuvor, das böse M-Wort selbst in den Mund und widersprach: „Natürlich können wir Meister werden.“

Gesundes Selbstbewusstsein hat noch niemandem geschadet. Dem destosterontriefenden Kader von Schalke, mit ihren alten Mannsbildern, schon gar nicht. Es scheint, als dass Schalke kein Wässerchen trüben könnte. Der Tritt von Jones gegen Reus, ein Akt der Kompromisslosigkeit, und der unbekümmerte Umgang damit, als Sinnbild der Schalker Mentalität.

Egal ob der Trainer Magath, Rangnick, Eichkorn oder Stevens heißt. Und egal ob sie mit Tanne, 4-2-3-1, 4-3-3, Pressing, Defensivtaktik, Konterfußball, mit einer, zwei oder drei Spitzen spielen. Die Ergebnisse sind da. Schon bewundernswert, dieses Selbstverständnis. Das sich in Gelsenkirchen zudem paart mit der fast schon teilnahmslosen Gelassenheit von Horst Heldt, der Erfahrung von Raúl und Stevens, sowie der Jugendlichkeit von Matip, Papadopoulos, Draxler, Höger oder Holtby. Eine gute Mischung.

So wird man das Gefühl nicht los, dass es keinen umwirft, wenn es statt der Meisterschaft wieder nur einer der drei Plätze dahinter wird. Passieren kann das, denn Schalke ist angewiesen auf Huntelaars Tore und war angewiesen auf Jermaine Jones, der acht Spiele fehlen wird. Ein Schlag in die Magengrube. Mit Jones fehlt das „Ein-Mann-Bollwerk“ (Königblog), das Stevens nicht einfach ersetzen kann.

Zudem kommt mit Chinedu Obasi einer, der die Farfan-Rolle des Flügelbeackerers übernehmen soll. Eine abermalige Umstellung der Grundformation ist wohl kaum zu umgehen. Es wäre aber töricht zu denken, dass deswegen irgendeiner die Nerven verliert.

Bundesligacheck zur Rückrunde 11/12 : Borussia Mönchengladbach (4)

Hat sich im Winter wirklich etwas geändert? Hat die Ankündigung des Reus-Transfers zum Sommer seine Spuren hinterlassen? Nüchtern betrachtet nicht. Die Abwehr ist unverändert hochklassig, das Reus es ebenso ist, lässt sich konkret in Zahlen ausdrücken und zudem wussten die Fohlen inzwischen auch spielerisch zu überzeugen.

Doch eine wichtige Entwicklung gibt es: Plötzlich wird über die Zukunft diskutiert. Ein Jahr lang lebte Mönchengladbach in dem Moment. Zunächst der Klassenkampf, der Bundesligaverbleib, dann die Euphoriewelle, die weit trug. Würdigung erfuhr Gladbach dafür ausreichend. Aber mit dem Wechsel sehen jetzt einige das Kartenhaus zusammenbrechen.

„Ich halte das alles für Hysterie“, versucht Sportdirektor Max Eberl zu beschwichtigen. Schlecht nur, wenn selbst der Trainer Lucien Favre nun die Felle davon schwimmen sieht: „Wenn man ein Team aufbauen will und hat den ersten und zweiten Stock schon gebaut - und dann kommt ein Sturm und fegt einen entscheidenden Teil weg, steht man hinterher meist schlechter da als vorher.“ Seine Angst ein zweites Berlin zu erleben, noch mal mit einer schwachen Rückrunde, die hohen Ambitionen begraben zu müssen, scheint sehr konkret zu sein.

Dabei hängen die Befürchtungen nicht nur mit dem Reus-Wechsel zusammen – immerhin spielt Reus ja noch eine halbe Saison. Und das sogar mit gewohntem Engagement: Marco Reus hat nicht einen Funken seiner Spielfreude, seines Selbstbewusstseins und seines Engagements für den Verein eingebüßt.“ (Westdeutsche Zeitung)

Die Befürchtungen sind deshalb angebracht, weil Gladbach eigentlich da oben nicht hin gehört. Dass Gladbach eine Saison über dem Niveau spielt, steht außer Frage. Das allein ist genug Stoff, um über einen möglichen Einbruch zu diskutieren. An Dortmund glaubten letztes Jahr zu diesem Zeitpunkt auch längst nicht alle.

Inwieweit die Spieler sich in diese Materie herein denken und fühlen, wird am Ende über Erfolg und Misserfolg entscheiden. Berichte aus dem Trainingslager, mit 15-köpfigen Playstation-Abenden, suggerieren aber nicht das dazu passende Bild. Bleiben alle verletzungsfrei (nicht wie bei Favres Berlin-Alptraum) gibt es keinen anderen Grund, warum Gladbach in der Rückrunde untergehen sollte. Das Defensivkonzept ist einfach zu stabil, als das es dieses Jahr geknackt werden könnte.

Bundesligacheck zur Rückrunde 11/12 : Werder Bremen (5)

Trainingsläger (ich hab nachgeguckt) in Belek waren ja dieses Jahr besonders turbulent. Im Allgemeinen wegen des miserablen Wetters, und für Bremen im Speziellen, weil dort so viel schief ging: Naldo verletzte sich, ein Testspiel musste abgesagt werden, eines wurde von einem Betrüger geleitet. Wenigstens konnte Bremen gegen AZ Alkmaar den ersten Sieg im vierten Jahr in Belek feiern. Hoffentlich ein gutes Omen.

Denn auf fremden Plätzen steht Bremen, wenn dann, neben sich: nur acht Punkte aus neun Auswärtsspielen. Zu Hause, im neuen Stadion, allerdings ist Bremen eine Macht, die beste Heimmannschaft der Liga. Die gute alte Raute lieferte daheim endlich wieder Stabilität, Sicherheit und eine Saison, in der Bremen wieder in ruhigem Fahrwasser fährt.

Im Moment lebt Werder von wenigen Spielern mit guter Form. Dazu zählt nicht nur Claudio Pizarro, der an den meisten Toren beteiligt war, sondern auch Kapitän Clemens Fritz, Sokratis oder Aaron Hunt. Dahinter gibt es immer noch zu viele Spieler, die nicht liefern. Wolf verschuldete viele Tore, Wesley gilt langsam als der nächste Brasilien-Flop und für Marko Marin ist in der Raute kein Platz.

Letzter Beweis für die Zwei-Klassen-Gesellschaft in Bremens Kader war die 0:3-Testspielniederlage unter der Woche gegen Rostock, als viele Leistungsträger geschont wurden. „So können wir als Werder Bremen nicht auftreten. Das können wir so nicht hinnehmen“, schimpfte Allofs via Vereinswebsite. Allerdings nannte er keine Spielernamen. „Das machen wir hinter verschlossenen Türen. Diese Kritik gilt aber für sehr viele Spieler.“

Schaafs Aufgabe wird es sein, das Niveau der Mannschaft anzugleichen. Und dabei bestenfalls die Form von Pizarro und Co zu halten. Da die Kassen leer sind, will der Trainer wieder versuchen Jugendspieler einzubauen. Tom Trybull soll es diesmal schaffen. Thy, Avdic, Kroos, Ignjovski, Trinks warten auf ihre Chance. Eine echte Verstärkung könnte zudem Mehmet Ekici werden, der eine gute Vorbereitung hatte.

Es gibt wenig Gründe, warum Bremen seine Heimmacht verlieren sollte. Denn Werder steht auf einem sicheren Fundament mit geübter Grundformation, Naldo in der Verteidigung und einigen Leitwölfen. Mischt das Trainerteam nun die richtige Menge Spritzigkeit und Unternehmungsgeist ins Stammteam, qualifiziert sich Werder problemlos für einen internationalen Wettbewerb.

Bundesligacheck zur Rückrunde 11/12 : Bayer 04 Leverkusen (6)

Alles fühlt sich nach einem Übergangsjahr an. Robin Dutt kündigte schon zum Amtsantritt an: „Bei allen meinen Stationen hat es am Anfang durchaus Startschwierigkeiten gegeben, bis sich meine Ideen durchgesetzt haben.“ Damit sich die Ideen durchsetzen können, geben die Verantwortlichen Dutt Rückendeckung. Dem „Jungtrainer“ wird Zeit für einen Reifungsprozess gegeben.

Typisch Leverkusen, dass die Wogen im Verein niemals so hoch schlagen, wie der Sturm im Umfeld ist. Denn nach den Auf- und Abschwüngen mit Pokalaus in Dresden, guten Ergebnissen in Champions League und schwankenden Leistungen in der Bundesliga, hat sich außer der Rhetorik wenig geändert. Die Angriffslust des Saisonbeginns, wurde abgelöst vom generellen Aufruf zum Durchhalten und Vertrauen haben.

Und so geht Leverkusen ohne wirkliche personelle Veränderung in die Rückrunde – vom Weggang, des von Dutt nicht berücksichtigten, Hanno Balitsch abgesehen. Ändern muss sich dennoch einiges: In der Hinrunde ließ Leverkusen viel von der Offensivkraft früherer Zeiten vermissen. 22 Tore sind erschreckend wenig. So wenig, weil André Schürrle noch nicht die erhoffte Verstärkung ist und mit Kießling und Derdiyok kein Stürmer im Kader ist, der verlässlich Tore liefert. Zudem fallen jetzt mit Sam, Barnetta und Augusto gleich drei potentiell gefährliche Spieler aus.

Nicht nur deswegen sind die Ausfälle problematisch: Leverkusen hat einen „inzwischen winzigen Kader, der nahezu keine Ausfälle mehr verträgt.“ (Catenaccio) Es fehlt ein Rechtsverteidiger mit Format, ein spielstarker Zentraler, neben dem nimmermüden Bender, der weder Rolfes noch Ballack heißt, und eben ein Stürmer (Berbatov?). Leverkusen hat personell zu viele Baustellen, einen Trainer dessen Ideen noch nicht greifen und darf daher glücklich sein, wenn es am Ende ein Platz Nahe an der Champions League und eine Punktzahl im höheren 50er-Bereich wird.

Bundesligacheck zur Rückrunde 11/12 : Hannover 96 (7)

Wenn schon im Kader keine Konkurrenz herrscht, dann wenigstens abseits des Platzes. Das mögen sich Mirko Slomka, Martin Kind und Jörg Schmadtke gedacht haben, als sie sich gegenseitig medial attackierten und damit die Aufmerksamkeit banden. Hat ja schon mal funktioniert, vor dem Beginn der vorigen Saison, als der „Machtkampf“ Slomka/Schmadtke ausgerufen wurde und darauf die erfolgreichste Saison der Vereinsgeschichte folgte.

Die drei Macher wieder im Zoff, wegen ein, zwei Spielern oder verpennten Transfers? Und das obwohl Jörg Schmadtke noch im Dezember betonte, wie gut das Verhältnis doch ist. Kaum zu glauben. Hier sind drei Spin Doktoren am Werk, die die Berichterstattung kontrollieren. Bloß keine negativen Worte von Beobachtern über die Vorrunde. So weit scheint das geklappt zu haben.

Denn wer etwas hätte kritisieren wollen, wäre sicherlich fündig geworden. Acht Unentschieden, zuletzt sieben Spiele ohne Sieg, die schlechteste Tordifferenz der Top Neun. Unter der Doppelbelastung litt die Frische in der Bundesliga, die Stürmer, vor allem Ya Konan und Schlaudraff, sind nicht mehr so abgezockt und Slomkas Idee einen anderen dominanteren Ballbesitzfußball zu spielen, liegt auch bei den Akten.

Doch andererseits steht Hannover alles andere als schlecht dar. Den anderen „Vorjahreswundern“ Freiburg und Kaiserslautern geht es deutlich schlechter. Die großen Drei scheinen es zu bewerkstelligen, in aller Stille einen wirklich stabilen Herausforderer für die internationalen Plätze zu schaffen.

Hannover wird in der Rückrunde wieder mehr Kraft haben für die Bundesliga, sollte sich in der Europa League kein Run entwickeln. Dem intensiven Offensivspiel dürfte das zu Gute kommen. Zudem kommt vielleicht Diouf von ManU und würde dann gemeinsam mit Schlaudraff oder Ya Konan, für eine Entlastung von Mo Abdellaoue, sorgen. Bleibt der dünne Kader, in dem eigentlich nur auf der Rechtsverteidigerposition wirklicher Konkurrenzkampf herrscht, darüber hinaus verletzungsfrei, ist Hannover jederzeit in der Lage einen Angriff auf Platz sechs zu starten.

Bundesligacheck zur Rückrunde 11/12 : VfB Stuttgart (8)

Jetzt gilt es. Jetzt ist die Zeit in der Problem-Bruno beweisen muss, dass er mehr kann, als eine Mannschaft kurz aufzukochen. Zuletzt am Ende der Rückrunde etwas kriselnd, krempelt Labbadia daher im Trainingslager die Hierarchie und das System auf links. Er weiß, dass seine Änderungen fruchten müssen. „In der Bundesliga sollten wir in beide Richtungen gucken.“ Geht er Blick nach unten, steht Labbadia im Fadenkreuz.

Die Änderungen sind massiv: Serdar Tasci löste Matthieu Delpierre als Mannschaftskapitän ab. Dem Vizekapitän Cacau wurde bei der Wahl zum Mannschaftsrat das Vertrauen entzogen. Die Karriere des Deutsch-Brasilianers geht von „hundert auf fast null“ (ZEIT), die Mannschaft vertraut ihm nicht mehr, das Verhältnis zu Trainer ist nicht das Beste. Wenn Cacau noch Unterstützer in der Mannschaft hat, droht Grüppchenbildung.

Auch auf dem Platz soll Cacau nicht mehr Alleinunterhalter im Sturm sein. Labbadia plant eine Doppelspitze aufzubieten. „Neben dem 4-4-2 ist auch das 4-1-3-2-System eine Option“, sagte der Übungsleiter. Da Cacau eigentlich nicht mehr tragbar erscheint, arbeitet Stuttgart zudem daran Srdjan Lakic von Wolfsburg zu holen. Mit ihm könnten sich Schieber oder ein tiefer agierender Mittelfeldspieler wie Harnik oder Okazaki verpartnern.

Nicht vergessen werden darf, dass die Hinrundenbilanz im Gesamten nicht schlecht ist. Zum ersten mal seit drei Jahren, gab es ein solides Abschneiden. Jedes mal wusste sich Stuttgart in der Rückrunde beträchtlich zu steigern. Gilt der Spruch des kroatischen VfB-Trainers Otto Baric von 1985 „Kommt Frühling, kommt VfB“ auch dieses Jahr?

Die Tendenz sieht anders aus. Stuttgart feierte nur einen Sieg in den letzten acht Spielen,  gegen Augsburg. Sie vollführten jetzt einen Umbruch, wie andere ihn im Sommer tun. Bolzten zudem im Trainingslager mehr Kondition, als das neue System einzuüben. Dessen Hauptbestandteil, ein wuchtiger Stürmer, steht noch gar nicht im Kader. 2009, 2010 und 2011 „kam Frühling“ in Stuttgart ja nur dann, wenn „kam Trainer“.

Bundesligacheck zur Rückrunde 11/12 : TSG Hoffenheim (9)

„Wir haben eine sehr schlechte Vorrunde gespielt.“ So lautet das Fazit der Hoffenheim-Kapitän Andres Beck im Mannheimer Morgen gezogen hat. Ein Zeichen, dass die sportlichen Ansprüche keine Änderung, analog zu den ökonomischen Zielen, erfahren haben. Mehr noch, soll der Verein ohne die Finanzkraft der Vorjahre, noch besseren erfolgreicheren Fußball spielen. Tore schießen ohne Geld. Das hat in Hoffenheim noch nie geklappt.

Andreas Beck weiter: „In der Rückrunde wollen wir jetzt unbedingt den Spieß umdrehen.“ Heißt, irgendwie aus dieser phlegmatischen Phase seit herauskommen. In der Hoffenheim alles vermissen ließ, was sie einst zur Attraktion in der Bundesliga gemacht hat: systematisches, laufintensives, technisches Spiel, mit einem hohen „Entertainment“-Faktor. Ohne das ist Hoffenheim eine graue Maus, ästhetisch und tabellarisch.

Diese Phase läuft nun schon seit Spieltag Neun, mit Niederlagen gegen da noch unterirdische Hamburger, Unentschieden gegen Freiburg und Kaiserslautern. Ab hier begann auch Trainer Stanislawski die Mannschaft mehr und mehr zu beschützen. Als es noch Siege hagelte, wusste Stanislawski immer noch etwas zu kritisieren. Eine komische Herangehensweise, mit der er wohl versucht die Strukturen aufzubrechen: „Das war schon krass, dass hier alles emotionslos abging, alles sehr abgeschottet war.“

Stanislawskis Aufgabenkatalog war und bleibt also enorm: ein neues Denken implementieren, Geld einsparen (zirka 15 Millionen allein an Gehaltseinsparungen), die Mannschaft umbauen, also Talente aufbauen, gewachsene Spieler, wenn möglich mit Gewinn, ziehen lassen, jetzt endlich mal eine bessere Rück- als Vorrunde spielen. Und nebenbei nicht weniger sein, als der Mann der diesen Wandel verkörpert und verkauft.

Dass darunter die Leistung der Mannschaft leidet ist wohl klar. Das Problem der schwachen Schlussphase ist immer noch nicht gelöst. In der Hinrunde schmissen die Spieler wieder sieben Punkte in der Schlussviertelstunde weg. Ohne ein wirkliches Konzept – Stanislawski favorisiert ein 4-2-4-0, mit „kreativer Anarchie“ und vertraut auf die Kreativität der Offensivkräfte – und mit immer weniger Qualität (gerade gingen Obasi und Sigurdsson), dürfte es an ein Wunder grenzen, wenn Hoffenheim dieses Jahr den Kreislauf gute Vorrunde, schlechtere Rückrunde durchbricht.

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