Rund läuft beim Rautenverein schon seit langem nur der Ball. In der dritten Runde in Folge, hat der HSV keinen homogenen Kader: vor zwei Saisons mit einer Rentnertruppe, letzte Jahr nur mit Chelsea-Frischlingen und dieses Jahr mit einem ausgedünnten Team, das erst spät mit halbgaren Spielern verstärkt wurde. Kein Wunder, dass sogar HSV-Ikone Seeler über die Mannschaft mosert.
Aufbruchstimmung, nach dem nur knapp verhinderten Abstieg, herrscht beim HSV keinerorts. Blogger xxlhonk schreibt bei spox: „Der dringend notwendige Kaderschnitt erfolgte nie, sondern wurde de facto immer verschleppt.“ Selbst Trainer Thorsten Fink, angetreten mit der Champions League im Vorderkopf, backt inzwischen kleinere Brötchen. Beim viertätigen Survival-Trip nach Schweden, waren als wichtigste Ziele waren auf einer Tafel „Ruhe, Runterkommen und Überleben“ angeschlagen. Ein Bild mit Symbolkraft.
Der unfertige HSV-Kader ist bestückt mit allerlei unfertigen Spielern. Neben dem Gerüst aus Adler, Aogo, Westermann und Jansen, tummeln sich viele junge oder bundesligaunerfahrene Spieler. Anhand der fünf Positionszweikämpfe, die die MoPo identifiziert, wird dies deutlich: im rechten Mittelfeld kämpfen Beister und Son um den Platz, im Mittelfeld Sala und Skjelbred bzw. Tesche und Arslan, auf der Rechtsverteidigerposition Lam und Diekmeier, im Sturm Berg und Rudnevs (das klingt nach einem Zweikampf zweier Chancenvernichter).
Selbst die beiden Neuzugänge, auf die lange gewartet wurde, versprechen keine direkte Hilfe. Hakan Çalhanoğlu soll zwar exzellente Anlagen haben – der frühere HSV-Profi Jörn Andersen und Calhanoglu-Entdecker vergleicht ihn mit Ronaldo – doch ist er mit seinen 18 Lenzen und 19 Zweitligaspielen noch nicht mehr als ein gutes Talent [, dass zudem erst nächsten Sommer an die Elbe wechselt, Nachtrag] Der Kroate Milan Badelj, der im zentralen Mittelfeld agieren soll, kommt erst Ende August und wird auf seiner Position Zeit brauchen, um sich mit seinen Mitspielern abzustimmen.
Gerade der defensive Abwehrverbund wirft viele Fragezeichen auf. Mit Mancienne, Bruma und Steinmann in der Innenverteidigung und Rincon, Sala, Skjelbred und Badelj im Mittelfeld, sowie den variablen Kacar, Scharner und Westermann hat Fink einen großen Spielerpool, viele Spieler auf Augenhöhe und viel Konfliktpotential, dass es zu bewältigen gibt.
Gut möglich, dass Fink, auch in Ermangelung eines Zehners, wieder auf den Fünfer-Defensivverbund aus der Vorsaison setzt und das angestrebte 4-2-3-1 zu den Akten legt. Wenngleich dieses 4-3-2-1-System, das mit vielen Positionswechseln arbeitet, ein hohes Maß an Eingespieltheit voraussetzt. An der Philosophie will Fink indes nicht schrauben. Schnell und gefährlich nach vorne soll es gehen, mit weniger defensiven Pässen als im Vorjahr.
Der HSV befindet sich noch lange nicht in ruhigen Gewässern, wenngleich Teamchef Arnesen fast alles aus den begrenzten Mitteln herausgeholt hat. Doch die Neuzugänge sind, bis auf Torwart Adler, allesamt keine sicheren Treffer, Trainer Thorsten Fink muss beweisen, dass er in dem halben Jahr Bundesliga gelernt hat, wie er spielen lassen muss und die zusammengewürfelte Mannschaft muss zeigen, dass sie seine Vorgaben umsetzen kann.
Grundversorgung
mopo.de/hsv/
pleitegeiger.de/
hsv-blog.abendblatt.de/
nedsblog.de/
spox.com/myspox/group-blog/HSV-SPOX
http://www.abendblatt.de/sport/fussball/hsv/ (Paycontent)






