Wasser Enorm!

Die Entdeckung des sonntäglichen Kioskbesuchs, zugegenermaßen nicht von mir: Enorm. Das Wirtschaftsmagazin. Öde? Keinesfalls, denn es geht um nachhaltiges Wirtschaften, nicht um dieses ganze profitgierige Ekelzeugs, von dem man jetzt überall hört und liest.

In einem Artikel geht es um Benjamin Adrion, der zwischen 2004 und 2007 37 Spiele für den FC St. Pauli bestritten hatte und dessen Projekt Viva con Agua de St.Pauli, das sauberes Trinkwasser dorthin bringt wo es benötigt wird. 

Ich kannte das alles nicht, finde es toll und gucke mir jetzt erstmal noch diesen Auftritt Adrions in der NDR Talkshow an: “Viva con Agua”-Gründer Adrion.

Blogtipp: Deutsche Fußballer im Ausland

Mit Blogtipps ist es ja so eine Sache. Eigentlich dachte ich auch, ich würde mich immer scheuen, einen solchen auszusprechen. Denn es entsteht ja auch immer das Gefühl der Überlegenheit. Der empfehlende Blog versteht sich automatisch als Mehr. Zumindest ist das mein Empfinden. Vielleicht ist das aber gar nicht schlimm, wenn dieses Verständnis angebracht ist.

Und obwohl ich mich ungern über etwas oder jemanden stellen will, gibt es jetzt diesen Post.

Empfohlen wird: Deutsche Fußballer im Ausland

Seit über einem Jahr betreibt Rastelli diesen deutschen Abklatsch von Les Rosbifs und liefert das, was der Titel ankündigt: eine Dokumentation über die Erfolge und Wechsel von The Krauts im Fußballausland. Knapp 350 Posts zeugen von einem steten Fluss an Informationen.

Toll, aber schade, dass die Reichweite anscheinend sehr gering ist — bei 5 Followern auf Twitter muss wohl von einem Geheimtipp gesprochen werden. Das soll sich mal ändern.

Fucking Per

Englische Fußballfans gelten als jene, die es oft vermögen, frischen Kehlenwind ins Spiel zu bringen. Sie schaffen es, wie es früher die Italiener auch taten, ungewohntes Liedgut zu adaptieren, und dienen damit vielen als Vorbild oder als Vorlage.

Ein herausragendes Beispiel der letzten Jahre ist, wie Liverpools-Fans aus einem Marschlied des amerikanischen Bürgerkrieges, bekannt aus Kubricks Dr. Seltsam, eine textlich umfassende Huldigung ihres damaligen Topstürmers Torres dichteten und damit eine Melodie in die Stadien brachte, die auch heute noch oft, wenn auch nie wieder so originell, verwendet wird.

Wenn dies ein Beispiel ist, dafür, wie viel kreative Kraft englische Fans einsetzen, um einem Spieler ein kleines Tribünendenkmal zu setzen, so ist jenes Lied, dass Arsenal-Fans inzwischen für Per Mertesacker anstimmen, der Gegenentwurf. Zur Uralt-Melodie von “Guantanamera” gröhlen sie nur “Big fucking German”, meinen es zwar wahrscheinlich lieb, sagen mit ihrer Lieblosigkeit doch trotzdem viel über die relativ geringe Wertschätzung für den Innenverteidiger.

Havi Habi

Das ist weder Lateinisch noch Israelisch, sondern die - vielleicht - korrekte lautmalerische Aussprache der Namen der Spanier Xavi und Xabi (Alonso). Zu wissen glaube ich das, weil ich neulich Mexikaner in einem Film gesehen habe, die ihr Mutterland Mehiko aussprechen. Gut, es waren Drogenhändler, die garantiert eine gewisse Coolness ausdrücken wollen, und gut, Mexikanisch ist gewiss kein Hochspanisch, aber Havi ist sicherlich richtiger als Schavi.

Spätestens seit diesem Beitrag ist mir übrigens auch bekannt, dass es Johan Krauff heißt, anstatt des eingedeutschten Kroiff. Das macht auch Dirk Koit zu Kaut. Und wenn Rethy mit seinem Stechelenburg recht hatte, müsste es sogar Chaut ausgesprochen werden. Das klingt aber alles andere als cool.

Kleiner Rafati-Reader

Ich will nicht urteilen, nicht über mögliche Gründe spekulieren. Jedenfalls rückt der Selbstmordversuch von Rafati welche in den Mittelpunkt, die wenn in den Medien, nur kritisiert werden. Manchmal diffamiert, aber nie gewürdigt werden.

Es gibt einige gute, leider kurze Einblicke, in die Arbeit der Schiedsrichter. Mit welchem Problemen, sie zu kämpfen haben, was ihre Motivation ist, und in welchen Momenten sie Freude empfinden, steht dort:

Egal, was ich entscheide, ich werde immer jemanden gegen meine Entscheidung haben. (sportnord)

Als Schiedsrichter bist du oft allein, nicht nur auf dem Platz. Auch vor und nach dem Spiel. (fluter)

Man muss mit allem rechnen, darf aber nicht vom Schlimmsten ausgehen. Bei einem Spiel kann alles passieren, aber man darf sich durch Angst nicht hemmen lassen. (11 freunde)

Fußball spielen

Mit dem Hartknüppel in der Hand, kann jeder noch so holzfüßige Fußballer zum Edeltechniker werden. Verkümmern die eigenen Fernschüsse gut und gerne nach 30 Metern, können sie auf dem Bildschirm, mittels eines korrekt abgestimmten Drucks auf eine Taste, zumindest virtuell, über dieselbe Distanz eine enorme Durchschlagskraft entfalten.

Der Fußball ist digital. Die Fußballer selbst sind digital. Und in ihrer Freizeit, also wenn sie mal nicht auf dem Rasen stehen, nehmen sie eben das Pad in die Hand und spielen weiter. Von Messi wird berichtet, dass er sich seine Tricks von seinem gerenderten Alter Ego abschaut. Subotic bemerkte, dass er einen solch dominanten Auftritt, wie den vom BVB über Köln am Wochenende, bisher nur von der Playstation kenne.

Fußball auf dem Gameboy, der SNES, der Playstation oder dem PC, für mich spätestens seit FIFA 95 allgegenwärtiger Begleiter und eben immer verfügbar. Jemand machte sich die Mühe, die Geschichte der Fußballsimulation in einer zwanzigminütigen Retrospektive aufzuarbeiten. Hier nun:

Meine Geschichte: bis 1995 krude Spielchen auf dem Gameboy und SNES-Stehversuche in International Superstar Soccer Deluxe. 1995-2003 sämtliche Fifas, mit zunehmender Enttäuschung über das Schlechterwerden der Serie. Zwischendurch mal ein bisschen Anstoss Action, mit der selbst gemanagten Anstoss 3-Mannschaft, 2004 PES 4. 2005 PES 5. Und seit 2006 eigentlich durchgehend PES 6, das weder von den neuen FIFA, noch von den neuen PES-Versionen abgelöst werden wird. Auch weil es dankbarer Weise immer noch Leute gibt, die Patches mit den aktuellen Kadern veröffentlichen.